Nach Syrien-Besuch: Schauspielerin berichtet über wahre Lage in Aleppo

Carla Ortiz, eine in den USA lebende bolivianische Schauspielerin, hat nach ihrem Syrien-Besuch in auf Facebook veröffentlichten Interviews mit US-Medien den Westen dazu aufgerufen, seine Herangehensweise zur Regelung des Syrien-Konfliktes zu ändern.
In einem Interview mit dem TV-Sender Fox 11 sagte Ortiz, sie sei bei der Evakuierung der östlichen Bewohner von Aleppo vor Ort gewesen, um einen Dokumentarfilm zu drehen. Die Ereignisse von Aleppo seien von westlichen Medien verdreht berichtet worden. Die Schauspielerin verwies dabei auf zahlreiche gefälschte Twitter-Accounts, die sogenannte Fake-News (gezielt gefälschte Informationen) über einen angeblichen massiven Beschuss zur Zeit der Evakuierung verbreiteten.
Des Weiteren stellte Ortiz die Geschichte des siebenjährigen Mädchens Bana Alabed, die auf Englisch über ihr Leben in Aleppo twittert, in Zweifel. „Es ist unmöglich, ich war dort, dort gibt es kein Internet. Im Osten Aleppos gibt es schon seit mehr als 85 Tagen keine Elektrizität und nur wenige haben 3G (Internet – Anm. d. Red.). Es ist unmöglich, dort einen Tweet zu senden, wenn du dich auf der Frontlinie befindest“, sagte Ortiz in einem CNN-Interview.

Zudem seien im Osten Aleppos Dutzende Gruppierungen unter verschiedenen Namen aktiv, die für die Zivilisten jedoch alle Terroristen seien. „Es spielt für sie (die Bevölkerung – Anm. d. Red.) keine Rolle, ob das die Aufständischen oder die ‚Freie Syrische Armee‘ sind“, betonte Ortiz.
Die Zivilisten hätten ihr erzählt, „wie sehr sie hungerten, wie ihnen die Möglichkeit auf Bildung entzogen wurde und die Terroristen alle umgebracht haben, die es wagten, auf die andere Seite überzugehen.“

Ortiz appellierte dabei „die echte Stimme Syriens zu hören“ und diesem Krieg ein Ende zu setzen. „Wir müssen unsere Politik revidieren. Wir haben die Opposition mit guten Absichten unterstützt, aber es gibt sie nicht mehr, sie ist außer Kontrolle geraten“, unterstrich sie in dem Interview mit Fox 11.

Quelle: Sputnik