Geschwindigkeitsrevolution: China testet „unmöglichen Antrieb“ EmDrive im Weltall (Videos)

Wie das Fachmagazin »Popular Science« berichtet, behauptet China, dass es derzeit den »unmöglichen« Mikrowellenantrieb »EmDrive« auf ihrer Raumstation Tiangong-2 testet. Auf einer Pressekonferenz in Peking verkündete Dr. Chen Yue, Direktor der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie (CAST), dass China nicht nur einen funktionierenden Prototypen des EmDrive entwickelt hätte, sondern dass es sich sogar bereits an Bord ihrer Raumstation Tiangong-2 befindet, wo es in der niedrigen Erdumlaufbahn getestet wird.

„Nationale Forschungseinrichtungen haben in den letzten Jahren eine Reihe von langfristigen und wiederholten Tests mit EmDrive durchgeführt. Man kann sagen, dass die veröffentlichten Testergebnisse der NASA die Technologie erneut bestätigen.

Wir haben erfolgreich verschiedene Spezifikationen für mehrere Prototyparten entwickelt. Die Errichtung einer experimentellen Prüfplattform zur Durchführung von Mikrostoß-Messtests auf kleinstem Niveau sowie mehrere Jahre wiederholter Experimente und Untersuchungen möglicher Störeinflüsse bestätigen, dass bei diesem Antriebstyp Schubkraft existiert“, erklärte Dr. Yue.

Erst im vergangenen Monat hatten NASA-Wissenschaftler offiziell die Wirksamkeit des eigentlich physikalisch unmöglichen EmDrive-Antriebs bestätigt.

Die Wissenschaftler der CAST unterstreichen somit nicht nur die Ergebnisse der US-Weltraumbehörde NASA, sondern setzen auch noch ein Ausrufezeichen dahinter. Sie planen, ihre Satelliten so schnell wie möglich mit dem revolutionären Antrieb auszurüsten.

 

Mithilfe eines solchen funktionierenden Antriebs wären sie theoretisch sogar in der Lage, Astronauten innerhalb von nur zehn Wochen zum Mars befördern zu können.

 

Der »Electromagnetic drive« (kurz: EmDrive) wurde 2007 vom britischen Wissenschaftler Dr. Roger Shawyer entwickelt und soll elektrische Energie mittels Mikrowellen in Schubkraft umwandeln können, ohne dabei irgendwelchen Treibstoff zu benötigen.

 

Zahlreiche Wissenschaftler bezweifeln jedoch die Existenz eines solchen Antriebes, da es schließlich dem physikalischen Impulserhaltungsgesetz widerspricht.

 

Fernando Calvo für Terra-Mystica.Jimdo.com am 22.12.2016

Das Konzept des »EmDrive« widerspricht Newtons drittem Gesetz, das auch als Wechselwirkungsprinzip bekannt ist und besagt, dass in einem geschlossenen System die Summe der Kräfte immer Null ist. Nach unserem aktuellen Verständnis der Physik muss ein Antrieb, um Vortrieb zu erzeugen, eine dem Vortrieb entgegengesetzte Kraft nach hinten erzeugen. In Raketenantrieben ist das der nach hinten ausgestoßene verbrannte Treibstoff (Die Maske fällt: Wurde über Belgien 1989 geheime Antischwerkraft-Technologie getestet? (Videos)).

Der »EmDrive« kommt jedoch ohne Treibstoff oder andere Treibmittel aus. Stattdessen springen Photone in einem Metallgefäß hin und her, was eine Kraft erzeugt, die den Antrieb nach vorne treibt (Freie Energie: Geleakter NASA-Bericht – der treibstofflose EM Drive Antrieb funktioniert (Video)).

Tiangong-2 ist das erste tatsächliche Raumlabor des chinesischen bemannten Raumfahrtprojekts.

 

Im Tiangong-2 sind 14 raumfahrtwissenschaftliche Aufgaben zu erledigen, darunter zwei, die das unmittelbare Mitwirken der Astronauten benötigen, und eine, die ein internationales Forschungsprojekt darstellt.

 

China wird in der ersten Jahreshälfte 2017 das Transportraumschiff Tianzhou 1 über die Trägerrakete Changzheng 7 (auf Deutsch „Langer Marsch 7″) ins All schicken und an das Raumlabor Tiangong-2 andocken, um neuen Treibstoff zu liefern. Etwa im Jahr 2020 plant China eine Raumstation zu bauen.

 

Sie lebten wie im Weltraum: Chinesen stoppen Experiment nach 180 Tagen

In China ist nach 180 Tagen ein Experiment erfolgreich beendet worden, bei dem vier Wissenschaftler unter Bedingungen wie im Weltall in einer versiegelten Raumstation lebten. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag berichtete, verließen die drei Männer und eine Frau das Labor in der südchinesischen Stadt Shenzhen am Mittwochabend.

 

Der Versuch sei ein «kompletter Erfolg» gewesen, sagte Li Yinghui, der technische Leiter des Projektes. Neben Lebenserhaltungssystemen für lange Aufenthalte und Reisen im All wurde auch getestet, wie sich die andauernde Isolation auf die Psyche der Bewohner auswirkte.

Zu viert auf einer Fläche von 370 Quadratmeter: „Ich war der Bauer“

Die Wissenschaftler, die unter mehr als 2000 Bewerbern ausgewählt worden waren, lebten gemeinsam auf einer Fläche von 370 Quadratmetern, die auch zum Anbau von Gemüse genutzt wurde. «Ich war der Farmer in der Kapsel», zitierte Xinhua den Botaniker Luo Jie, der sich um 25 verschiedene Pflanzen kümmerte, darunter Tomaten, Kartoffeln und Weizen. Tong Feizhou, die einzige Frau an Bord, war für medizinische Checks zuständig, während ein andere Bewohner sicherstellte, dass alle ihren Schlafrhythmus einhielten.

Bei dem halbjährigen Versuch wurden Daten gesammelt, die Chinas ambitioniertes Raumfahrt-Programm weiter voranbringen sollen. Erst im November waren zwei chinesische Astronauten von einem einmonatigen Aufenthalt in Chinas neuem Raumlabor Tiangong-2 zurückgekehrt.