Massensterben von „Giganten“-Fröschen in Peru – tote Riesen-Rochen in Thailand

Ein rätselhaftes Sterben der „Giganten vom Titicaca“, wie die Froschart Telmatobius genannt wird, bereitet den peruanischen Behörden Sorge.

 

In den vergangenen Tagen wurden im und am Fluss Rio Coata von Bewohnern und Umweltschützern über 10.000 tote Frösche gefunden, wie die Umweltbehörde SERFOR am Dienstag bestätigte.

Der Fluss fließt nahe der Stadt Puno in den berühmten Titicacasee. Es wurden auch tote Vögel gefunden, die sich von Fröschen ernähren.

Als Ursache wird eine Verschmutzung des Flusses vermutet. Seit Jahren gibt es Kritik an der Einleitung giftiger, umweltschädlicher Stoffe in den auf 3800 Meter gelegenen, von der Andenkordillere eingerahmten malerischen Titicaca-See.
Riesenfrosch steht vor Ausrottung.

 

Die toten Tiere wurden auf einer Strecke von rund 50 Kilometern entdeckt. Schon 2015 schlugen Umweltschützer Alarm, weil der seltene Titicaca-Riesenfrosch vor der Ausrottung stehen könnte. Er kommt nur dort vor und zählt mit einem Gewicht von bis zu einem Kilogramm zu den größten Froscharten der Welt.

Schon 2012 erklärte der Global Nature Fund (GNF) das rund 190 Kilometer lange Gewässer, das von über zwei Dutzend Flüssen gespeist wird, zum „bedrohten See“.

Der See ist insgesamt 8288 Quadratkilometer groß – das entspricht mehr als der dreifachen Fläche des Saarlands. Der westliche Teil (56 Prozent) liegt in Peru und der östliche Teil in Bolivien (44 Prozent).

 

Alarmiert wurden die Behörden durch den örtlichen Verein Komitee gegen die Verschmutzung des Coata. Mitglieder brachten zum Beweis rund hundert Froschkadaver zum Hauptplatz der Regionalhauptstadt Puno.

Sie warfen den Behörden Untätigkeit vor. „Sie haben keinerlei Ahnung, wie dreckig der Fluss ist. Die Lage ist zum Verzweifeln“, sagte Komitee-Mitglied Maruja Inquilla. Sie forderte eindringlich eine Kläranlage für den Fluss.

 

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Ethanol Anlage ist für das Sterben der Riesen-Rochen verantwortlich

Anfang dieses Monats hatten die Medien über ein Massensterben von Riesen Rochen im Mae Klong Fluss in den Provinzen Ratchaburi und Samut Songkhram berichtet.

 

Am 12. Oktober hatten die Behörden bereits Wasserproben aus dem Mae Klong Fluss und aus dem Flussdelta des Don Hoi Lot genommen und sie in einem Labor untersuchen lassen. Anschließend erklärten die Behörden, dass es nicht einfach sein wird, den Schuldigen zu ermitteln, da viele Industriebetriebe in der Nähe des Flusses die gleichen Chemikalien verwenden.

Jetzt scheint sich allerdings tatsächlich etwas Positives in der Richtung getan zu haben und die zuständige Behörde gegen Umweltverschmutzung, das „Pollution Control Department“ hat die Rajburi Ethanol Company für das Massensterben der Riesen Süßwasser Rochen und vieler anderer Wasserlebewesen verantwortlich gemacht.

 

Bereits einige Tage nachdem die ersten toten Tiere gefunden wurden hatte sich der Betreiber einer Methanol Anlage in Ratchaburi gemeldet und zugegeben, dass eine ihrer Abwasserleitungen gebrochen war, wodurch das Abwasser in den Fluss gelangen konnte. Die Fabrik ist allerdings bereits dabei, den Schaden zu reparieren, versprach die Geschäftsleitung.

 

Laut den Angaben der betreffenden Firma habe sich der Rohrbruch in ihrer Anlage am 30. September ereignet. Allerdings soll das Sterben der Rochen bereits schon einige Tage vorher begonnen haben.

 

Einheimische erklärten dagegen gegenüber der lokalen Presse, dass das Leck in der Abwasserleitung der Methanol Anlage schon lange vor dem von der Firma genannten Datum bekannt wurde.

Zwischenzeitlich hatte sich sogar Premierminister Prayuth Chan-o-cha zu dem Massensterben der Riesen-Rochen geäußert und die Behörden aufgefordert, die Ursache für das Massensterben der Rochen schnellstens herauszufinden. Die Riesen Süßwasser Rochen sollten in jedem Fall geschützt und erhalten werden, da sie ein guter Indikator für den Zustand des Gewässers sind, betonte er.

Der Generaldirektor des „Pollution Control Department“, Herr Wijarn Simachaya sagte am Freitag, dass die Tests gezeigt hatten, dass Melasse Abwasser aus der Methanol Anlage der Rajburi Ethanol Company in den Fluss im Kreis Ban Pong in Ratchaburi durchgesickert war.

 

Dieses Abwasser ist für die ungeheure Verschmutzung der Gewässer und für das Sterben der zahlreichen Wasserlebewesen einschließlich der einheimischen Riesen Rochen in den Provinzen Ratchaburi und Samut Songkhram vom 1. bis zum 7. Oktober verantwortlich.

 

Die Behörde gegen Umweltverschmutzung, das „Pollution Control Department“ hat nun angekündigt, dass sie rechtliche Schritte gegen die Rajburi Ethanol Company einleiten wird.

Quellen: Pravda.TV/weather.com/diepresse.com/thailandtip.info