Ukrainische Armee startet Offensive im Süden des Donbass - Tote auf beiden Seiten - (was in den letzten Tagen geschah)

Die ukrainische Armee hat am Montag eine Offensive im Raum der Siedlung Leninskoje im Süden des Donbass gestartet. Das teilte ein Sprecher des Verteidigungs-ministeriums der selbst ernannten Republik Donezk mit.
Den Angaben zufolge wurde bei der Offensive auch das nationalistische Bataillon „Asow“ sowie ausländische Söldner eingesetzt. Die Volkswehr konnte den Angriff abwehren. Fünf ukrainische Soldaten wurden getötet und mindestens zehn verletzt. „Auf der Seite der Volkswehr gab es einen Toten und drei Verletzte“, teilte Eduard Bassurin vom Donezker Verteidigungsministerium mit.

Die Kontaktgruppe für die Ukraine hatte am 21. September in Minsk ein Rahmenabkommen über die Entflechtung der Kräfte ausgehandelt. Die Seiten gingen die Verpflichtung ein, am 1. Oktober mit dem Abzug ihrer Truppen von der Trennlinie zu beginnen. Aber der Prozess geriet ins Stocken. Die Volksmilizen und die ukrainische Armee beschuldigen einander, die Waffenruhe verletzt zu haben.
Die ukrainische Armee hat am Freitag den 14.10.2016 nach Angaben aus Donezk Stellungen der Volkswehr im Süden der nicht anerkannten Donezker Volksrepublik angegriffen.
Meldung vom 14.10.
„Trotz der Waffenruhe greifen ukrainische Einheiten heute seit 13.50 Uhr (12.50 Uhr MESZ) unsere Stellungen an“, teilte ein Volkswehrsprecher der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. Demnach griff die Armee die Volkswehrstellungen zue mit 152mm-Geschützen an. „Anschließend ging eine Kompanie im Raum Lenuinskoje in die Offensive.“ Laut dem Sprecher wird die ukrainische Offensive durch Mörserfeuer unterstützt. „Das Gefecht dauert an.“

Eine Stellungnahme des ukrainischen Militärs liegt nicht vor. In der ostukrainischen Kohleindustrieregionen Lugansk und Donezk (beide im Donezbecken, Donbass) herrscht seit Frühjahr 2014 Krieg. Der Auslöser war der gewaltsame Umsturz vom Februar 2014 in Kiew, bei dem die ukrainische Opposition die Macht übernahm und eine von Nationalisten geprägte Übergangsregierung stellte.
Die neue Regierung schickte Truppen gegen Donezk und Lugansk, weil diese den dubiosen Machtwechsel nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

Bei Gefechten zwischen der regulären Armee und nationalistischen Freiwilligenbataillonen auf der einen Seite und den lokalen Volksmilizen  (bestehend mehrheitlich aus Bürgern der Ostukraine) auf der anderen sind laut UN-Angaben mehr als 9.000 Menschen getötet worden. Rund 1,5 Millionen Einwohner flüchteten vor dem Krieg teils ins benachbarte Russland, teils in die zentrale und westliche Ukraine. Formell gilt bereits seit mehr als einem Jahr im Donbas eine Waffenruhe, die von beiden Seiten jedoch immer wieder verletzt wird.
Quelle: Sputnik