Vietnam durchkreuzt Russlands Hoffnungen auf Marinebasis

Die Behörden Vietnams haben mit ihrer Ablehnung ausländischer Basen auf dem Territorium des Landes Hoffnungen Russlands auf die Reanimierung des einstigen sowjetischen Marinestützpunktes Cam Ranh durchkreuzt.
„Die kosequente Politik Vietnams ist auf die Erhaltung eines neutralen Status des Landes gerichtet“, sagte am Donnerstag ein Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums nach Angaben der Agentur Reuters.

Am 7. Oktober hatte Russlands Vizeverteidigungsminister Nikolai Pankow erklärt, sein Amt erwäge eine Rückkehr russischer Militärs nach Cam Ranh und nach Lourdes auf Kuba. Die Sowjetunion und später Russland hatten ihre Stützpunkte auf Kuba und in Vietnam bis 2002 betrieben.
„Es ist keine Sensation“, sagte der Politologe Wladimir Kolotow. „Bereits vor Jahren hatten die vietnamesischen Behörden erklärt, dass sich die Außenpolitik des Landes auf das ‚Drei-Nein‘-Prinzip gründet: ‚Nein‘ für ausländische Militärbasen auf dem vietnamesischen Territorium, ‚Nein‘ für die Teilnahme Vietnams an Militärbündnissen und ‚Nein‘ für die Teilnahme Vietnams an Allianzen, die gegen dritte Länder gerichtet sind“, sagte Kolotow.
Ein Sprecher des russischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, sagte in einem RIA-Novosti-Gespräch, dass die Infrastruktur in Cam Ranh laut Erklärungen der Behörden ausschließlich im Interesse Vietnams genutzt wird.

Reuters zufolge lässt der neutrale Status des Landes allerdings zu, dass Kriegsschiffe anderer Länder Cam Ranh anlaufen, darunter zum Nachtanken und zur technischen Wartung.

Quelle: Sputnik