Jemen-Massaker: Bomben waren aus US-Produktion

US-Bombenfragment vom Angriff auf die Trauerfeier in Sanaa, Jemen. Bild: Twitter / I4Yemen

Von Marco Maier

 

Die von Saudi-Arabien verwendeten Bomben auf die Trauerfeier in Sanaa, stammten – wie Fotos zeigen – aus den Vereinigten Staaten. Die Amerikaner machen sich mit ihren Waffenlieferungen an solchen Kriegsverbrechen mitschuldig.

 

 

Bei dem Bombenangriff auf eine Trauerfeier in Sanaa, bei dem mehr als 140 Menschen starben und mindestens 525 Menschen verletzt wurden, verwendete die Saudi-Arabische Luftwaffe offenbar Bomben aus US-Produktion. Dies zeigen Aufnahmen von Bombenfragmenten. Insgesamt vier solcher Bomben wurden demnach von einem Saudi-Kampfjet auf die volle Halle abgeworfen.

 

 

Hierbei geht es um amerikanische Bomben, wie die Beschreibung zeigt: "FOR USE ON MK82 FIN, GUIDED BOMB" inklusive Seriennummer. Denn die MK-82 ist eine 500 Pfund (rund 250 Kilogramm) schwere Bombe die in den Vereinigten Staaten hergestellt wurde. Der Code "96214" besagt, dass die Bombe von "Raytheon" hergestellt wurde, dem drittgrößten Verteidigungs-Vertragspartner des Pentagons.

Auch der Korrespondent von ITV News, Neil Connery, der sich vor Ort begab, fand entsprechende Bombenfragmente:

Seit der Militärkampagne der Saudis im Jemen, bei der sie den sunnitischen Machthaber Hadi unterstützen (der gegen die schiitische vom Iran unterstützte Rebellenmiliz der Houthi verlor und aus der Hauptstadt flüchten musste), die im März 2015 begann, haben die USA den Saudis bereits Waffen im Wert von über 20 Milliarden Dollar geliefert. Insgesamt beläuft sich der Umfang der US-Waffenlieferungen seit dem Amtsantritt Obamas 2008 auf mehr als 115 Milliarden Dollar. Damit machen sich die Amerikaner auch an den Kriegsverbrechen der Saudis im Jemen mitverantwortlich.

 

Inzwischen ertönen jedoch in Washington schon erste kritische Meldungen. "Die US-Sicherheitskooperation mit Saudi-Arabien ist kein Blankoscheck", so Ned Price, der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses. Die Regierung sei "vorbereitet, unsere Unterstützung so anzugleichen, dass sie mit den US-Prinzipien, -Werten und -Interessen besser zusammenpassen". Doch in wenigen Wochen, wenn ein neuer Präsident (bzw. eine neue Präsidentin) das Land regiert, kann das schon wieder ganz anders aussehen – insbesondere dann, wenn Hillary Clinton das Rennen macht. Immerhin kassierte sie bereits in den letzten Jahren mehrere Millionen Dollar von den Saudis. Und solche "guten Freunde" lässt man doch nicht hängen, oder?

 

Quelle: Contra Magazin