Der Totalangriff auf die Sparer kommt

Die Spareinlagen von Bankkunden sind angesichts der Geldschwemme der Zentralbanken unrentabel, Bargeldverkehr auch. Doch die maroden Banken müssen sich sanieren – vor allem auf Kosten der Sparer. Kommen bald Zwangsabgaben und Bargeldabschaffung?

Von Marco Maier

 

Die aktuell niedrigen Zinsen, die immer noch massiv vorhandenen gewaltigen Mengen an "toxischen Papieren" in den Bilanzen, massive Strafzahlungen für Betrügereien und so weiter zehren am Eigenkapital der Banken. Hatten sie ihre teuren Wasserköpfe und satte Dividenden an die Aktionäre früher noch mit diversen Spekulationen an den Finanzmärkten finanziert, fällt das zunehmend weg.

 

Inzwischen gilt die Devise: "Unprofitable Kunden muss man loswerden". Darunter versteht man die Sparer, weil die im Gegensatz zu den "Zockern" (jenen, die auch Geld in Aktien und Fonds anlegen und dafür satte Gebühren bezahlen) eben deutlich mehr Geld kosten als sie einbringen. Faktisch herrscht dabei allerdings ohnehin schon Negativzins – auch wenn man die Inflation nicht miteinberechnet. Denn bei einem Zinssatz von "Null-Komma-Irgendwas" reichen schon die Kontoführungsgebühren bei vielen Banken dazu aus, den Sparern mehr Geld abzuknöpfen als sie an Zinsen erhalten. Allerdings soll das Ganze noch deutlich ausgeweitet werden, wie es aus Bankerkreisen verlautbart wird.

 

Selbst Negativzinsen (zusätzlich zu den Gebühren) sind schon seit einiger Zeit im Gespräch. Wer spart, der wird bestraft. Doch dann fliehen die Menschen eben ins Bargeld, welches "nur" durch die Inflation, nicht jedoch durch Negativzinsen und Gebühren "aufgefressen" wird. Aber der Bargeldverkehr ist für die Banken teuer, weshalb schon das kleine Bankenkartell in Schweden Bargeld nur noch zu exorbitant hohen Gebühren annimmt und die Menschen faktisch dazu zwingt, bargeldlos zu leben. Ohne Bargeld jedoch gibt es vor allem für die Kleinsparer und jene Menschen die faktisch nur noch vom Girokonto leben keine Fluchtmöglichkeiten mehr. Die Großen können es sich ja mit Aktien, Anleihen, Immobilien und so weiter richten – durch die Finger schauen werden aber wieder einmal vor allem die Kleinen.

 

Quelle: Contra Magazin