Philippinen: Russland und China statt USA

Präsident Duterte ist für seine kritische Linie zur US-Außenpolitik bekannt. Nun kündigte er engere Beziehungen zu Russland und China an und sucht den Schulterschluss mit jenen Ländern, die sich gegen die globale US-Hegemonialpolitik stellen.

Von Marco Maier

 

"Ich hatte direkt mit Premierminister Medwedew gesprochen. Niemand wusste davon. Ich sagte: 'Ich denke, ich werde den Rubikon zwischen mir und den Vereinigten Staaten überschreiten, zumindest für sechs Jahre. Ich brauche eure Hilfe und alles – Handel und Handelsbeziehungen. Ich werde aufschließen'", so der philippinische Präsident gestern zu den Medien des Landes.

 

Weiters sagte er, dass er gewillt sei, China zu umarmen, welches ebenfalls ein Gegner der globalen US-Hegemonialbestrebungen ist. "Ich habe mit Xi Jinping gesprochen. Ich werde nach China gehen. Ich werde alle Straßen des Handels und der Handelsbeziehungen öffnen. Sie können hereinkommen", so "Digong", wie er bei seinem Spitznamen genannt wird.

 

Damit vollzieht Präsident Duterte das, was aufmerksame Beobachter schon zuvor erwartet haben: Den außenpolitischen Bruch mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Erst kürzlich forderte er die US-Truppen im muslimisch besiedelten Südwesten Mindanaos dazu auf, abzuziehen und verwies auf die lange Tradition der US-Truppen bei der Abschlachtung von indigenen und muslimischen Völkern.

 

Insbesondere die jüngsten verbalen Attacken aus den USA und auch aus der EU, die ebenfalls als US-Vasall gilt, dürften seinen Entschluss zu einer Neuausrichtung der philippinischen Außenpolitik gestärkt haben. Diese kritisierten bislang stets die harte Linie in Sachen Drogenkrieg. Duterte verwahrte sich gegen die westliche Einmischung in die internen Angelegenheiten.

 

Quelle: Contra Magazin