Ansbach: US-Truppen werden verdreifacht

Künftig sollen 3.000 US-Soldaten im fränkischen Ansbach stationiert sein, bislang waren es rund 1.000. Auch die Zahl der Kampfhubschrauber wird aufgestockt. Remilitarisierung pur.

Von Marco Maier

 

Wie das Franken-Fernsehen berichtete, befinden sich derzeit rund 1.000 US-Soldaten in den Militärstationen Ansbach-Katterbach und Illesheim bei Bad Windsheim. Kampfhubschrauber inklusive. Doch den Pentagon-Militärstrategen und der NATO ist das nicht genug: Im kommenden Jahr soll die Anzahl der US-Soldaten bei der dortigen 12. Heeresflieger-Kampfbrigade um 2.000 ansteigen. Auch bei den Kampfhubschraubern – derzeit 24 Apache und 25 Black Hawks – wird aufgestockt.

 

Meldungen zufolge handelt es sich hierbei nicht um "dauerhaft" stationierte Soldaten, die samt Familie auf dem Militärgelände leben, sondern um sogenannte "Rotationseinheiten". Diese kommen für jeweils neun Monate ohne familiären Anhang. Zwar ist diese Entscheidung noch nicht zu 100 Prozent fix, allerdings kann man angesichts der aktuellen Aggressionsstrategie von Pentagon und Weißem Haus in Osteuropa davon ausgehen, dass der Antrag auf Aufstockung durchkommt.

 

Große Kritik an den geplanten Truppenaufstockungen kommt unter anderem von der lokalen Bürgerinitiative "Etz langt's" ("Jetzt reicht es"), die von einer "tradierten Besatzer-Mentalität" spricht und vor einer "massiven Mehrbelastung durch Fluglärm und Abgase" warnt. Auch der linke Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg übt Kritik. Durch die "Rotation" von Truppen zwischen Bayern und im Aufbau befindlichen Basen etwa am Schwarzen Meer werde "Ansbach zur zentralen Drehscheibe des auf europäischem Boden ausgetragenen russisch-amerikanischen Konflikts".

 

Die US-Truppenpräsenz in Deutschland ist immer wieder im Fokus von Kritikern. Denn die Bundesrepublik macht sich damit einerseits an den US-Kriegsverbrechen im Nahen Osten mitschuldig, wie zum Beispiel dem von Ramstein aus mitgeführten Drohnenkrieg, andererseits müssen die deutschen Steuerzahler auch noch für die US-Truppen im Land mit aufkommen. Während die Russen nach damals die DDR komplett freigaben, spielen sich die Amerikaner nach wie vor als Besatzungsmacht auf. Auch wenn sie dies Dank der engen Verbindungen infolge der transatlantischen Netzwerke nicht mehr so offen und deutlich machen (müssen), wie noch vor der Wende.

Quelle: Contra Magazin