USA: Verzweifelte Jugendliche in verarmten Innenstädten verkaufen ihre Körper gegen Essen

Wenn Menschen hungrig genug sind, dann werden sie beinahe alles für etwas zu Essen tun. Laut brandneuen Untersuchungen, die gerade erst diese Woche von Feeding America und dem Urban Institute veröffentlicht wurden, gibt es Millionen von Jugendlichen in Amerika, die in Haushalten mit “unsicherer Nahrungsmittelversorgung“ leben und Forscher stellten verblüfft fest, was einige dieser Jugendlichen alles bereit sind zu tun, um sich selbst zu ernähren.

Einige stehlen in Geschäften, andere handeln mit Drogen und dann fand sich eine überraschend hohe Zahl an Befragten, die tatsächlich zugegeben haben, dass sie Sex für Essen haben. Es wäre kein Schock so etwas von einem wirtschaftlich depressiven Land wie Venezuela zu hören, aber hier geht es um die Vereinigten Staaten von Amerika!

 

Wir sollen angeblich die wohlhabendste Nation auf dem gesamten Planeten sein. Leider nimmt die Armut in Amerika zu, während sich zugleich die Aktienmärkte in den letzten Jahren im Höhenflug befinden. Für jene am unteren Ende der Einkommensskala haben sich die Dinge seit der letzten Rezession von schlecht zu noch schlechter entwickelt und Millionen von Kindern leiden infolgedessen.

 

Beginnen wir mit einigen harten Zahlen. Das Folgende stammt direkt von der Internetseite des Urban Institute:

 

Geschätzte 6,8 Millionen Menschen im Alter von 10 bis 17 Jahren leben unterhalb einer gesicherten Nahrungsmittelversorgung, soll heißen, sie haben ungenügend Zugriff auf ausreichend bezahlbare und nährstoffreiche Nahrung. Weitere 2,9 Millionen sind sehr ungesichert und rund 4 Millionen leben in kaum mit Nahrungsmitteln gesicherten Haushalten, in denen die Gefahr, dass die Lebensmittel ausgehen, real ist.

 

Ungesicherte Nahrungsmittelversorgung belastet Jugendliche enorm. Mindere Nährstoffversorgung und der mit Hunger und Armut verbundene Stress kann ihre physische und mentale Gesundheit gefährden, wie auch ihre Entwicklung und ihren schulischen Erfolg. Trotz der Schwere und des Überhandnehmens ungesicherter Nahrungsmittelversorgung unter Jugendlichen, wissen wir nur sehr wenig darüber, wie diese jungen Menschen den Hunger erleben und wie sie damit umgehen.

Die Forscher wussten bereits, dass viele junge Menschen in Amerika hungrig sind. Was sie aber überrascht hat, war was viele von diesen jungen Leuten bereit sind zu tun, um an Nahrungsmittel zu gelangen:

 

Einige sagen, das sie selbst oder jemand den sie kennen – meistens junge Männer – Nahrungsmittel in Geschäften stehlen, Drogen verkaufen oder Dinge stehlen, um sie zu verkaufen. Die Jugendlichen berichteten auch von jungen Frauen, die ihre Körper gegen Essen oder Geld verkauft haben, um auf diesem Weg Essen für ihre Familien zu beschaffen.

 

Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Tochter oder Ihre Enkelin ihren Körper für Essen anbietet? Für die Meisten von uns ist das absolut undenkbar, aber die Wahrheit ist, dass es in den Straßen Amerikas jeden einzelnen Tag geschieht (USA: Der Untergang Roms – Washingtons 6,5 Billionen Dollar großes »Schwarzes Loch«).

 

Und dies war nicht nur irgendeine Telefon-Blindstudie. Die Forscher haben persönliche Gespräche mit Zielgruppen geführt und diese Kinder waren bereit zuzugeben, absolut erstaunliche Dinge zu tun. Hier ein weiterer Auszug direkt aus dem Bericht:

 

Im Angesicht akuter Nahrungsmittelnot sagten Jugendliche mit Ausnahme von zwei Gemeinden in allen anderen Fällen, dass die Jugend sich kriminellem Verhalten zuwendet; vom Stehlen von Nahrungsmitteln in Geschäften, bis zum Verkauf von Drogen und dem Diebstahl von Dingen, welche gegen Geld verkauft werden. Dieses Verhalten war unter jungen Männern in den Gemeinden mit den geringsten Arbeitsmöglichkeiten am Weitesten verbreitet.

 

Jugendliche in allen 10 Gemeinden und in 13 von 20 Zielgruppen berichteten von mindestens einer Bekannten, die ihren Körper verkauft, um so ihr Essen zu bezahlen. Diese Thematik zeigte sich am stärksten in Gemeinden mit hoher Armut, wo Jugendliche auch von sexuellem Zwang berichteten. Sexuelle Ausbeutung äußerte sich meistens in Form von Beziehungen zu älteren Erwachsenen.

In einigen Gemeinden beschrieben die Jugendlichen es als brauchbare Strategien zur Sicherstellung regelmäßiger Mahlzeiten, absichtlich ins Gefängnis zu gehen oder beim Schulabschluss durchzufallen (damit sie im Sommer bei der Nachhilfe in der Schule ein Mittagessen bekommen).

Viele dieser jungen Menschen verstehen, dass das was sie tun falsch ist. Schauen Sie nur, was einige von ihnen den Forschern erzählten:

 

Ein Mädchen in Portland, Oregon erzählte den Forschern: “Man verkauft sich wirklich selbst. Man macht, was immer nötig ist, um an Geld oder Essen zu gelangen.“

Ein anderer Kommentar aus Portland: “Es ist ja nicht so, dass man sich zu einer Verabredung trifft, eher sagt man sich: ‚Ich liebe den nicht, aber ich werde tun, was ich tun muss.“‘

 

Viele ziehen es vor, ihr Tun als eine Form der Verabredung schönzureden. Ein Junge im ländlichen North Carolina sagte: “Wenn man seinen Körper verkauft, dann eher im Verborgenen. Wenn wir beide Sex miteinander haben würden, dann müssten Sie mir heute das Abendessen bezahlen. So gehen die Mädchen mit dem inneren Kampf um. Das ist besser als Geld dafür zu nehmen, denn dann würden sie als Prostituierte gelten.“

 

Als ich die Informationen in diesem Bericht las, war ich wie gelähmt. Ja, ich schreibe die ganze Zeit über unseren wirtschaftlichen Zerfall und die Zunahme der Armut, ich wusste aber nicht, dass es so schlimm ist.

 

Und auch die Forscher waren von dem was sie zu hören bekamen überrascht. Eine von ihnen sagte, dass die Tatsache, dass Mädchen ihre Körper für Essen hergeben »wirklich schockierend« gewesen sein und sie glaubt, dass die Dinge »in Zukunft noch schlimmer werden«:

 

“Ich recherchiere seit Langem in Gemeinden mit niedrigen Einkommen und ich habe ausführlich über die Erfahrungen von Frauen in sehr armen Gemeinden und das Risiko sexueller Ausbeutung geschrieben. Dies aber war neu für mich.“, sagte Susan Popkin, führende Mitarbeiterin des Urban Institute und Hauptautorin des Berichts Impossible Choices [etwa: Unmögliche Entscheidungen].

 

“Selbst für mich, die ich diesem Thema Aufmerksamkeit gegeben hatte und die Geschichten der vielen Frauen seit langer Zeit gehört habe, ist das Ausmaß dessen, was wir darüber hörten, wie sehr Essen mit der Armut in Verbindung steht, neu und schockierend für mich und der Grad der Verzweiflung, der damit einhergeht, hat mich wirklich schockiert. Es ist ein Problem, welches meines Erachtens nach in Zukunft noch schlimmer werden wird.“

Aber wird uns nicht erzählt, dass sich alles zum Besseren entwickelt? Wird uns nicht erzählt, dass unsere Führer die Wirtschaft “repariert“ haben?

 

Die Wahrheit ist natürlich, dass sich Amerika in einem langfristigen wirtschaftlichen Abschwung befindet, der Jahrzehnte zurückreicht. Mit jedem weiteren Jahr wird der Mittelstand als Teil der Bevölkerung kleiner und die Armut wächst weiter. Vergangenes Jahr erst wurde der Mittelstand zum ersten Mal überhaupt zu einer Minderheit der Bevölkerung und viele ehemalige Amerikaner der Mittelklasse befinden sich nun unter jenen, die nicht sicher sein können, dass sie diesen Monat genügend zu Essen haben werden.

 

 

Hunger ist in Amerika eine große Krise und sie nimmt weiter zu. Nur weil Sie in einem komfortablen Haus in einer wohlhabenden Umgebung leben, bedeutet dies nicht, dass das Problem nicht real ist. Heute Abend gibt es Millionen von Amerikanern, die nicht wissen woher ihre nächste Mahlzeit kommen wird und sie verdienen unsere Liebe und unser Mitgefühl.

 

 

Literatur:

 

Amerikas Krieg gegen die Welt: …und gegen seine eigenen Ideale von Paul Craig Roberts

 

Amerikas ungeschriebene Geschichte: Die Schattenseiten der Weltmacht von Oliver Stone

 

Amerikas Schattenkrieger: Wie uns die USA seit Jahrzehnten ausspionieren und manipulieren von Eva C. Schweitzer

 

Quellen: Pravda.TV/n8waechter.info