USA: Haftbefehl gegen Präsidentschaftskandidatin

Im US-Bundesstaat North Dakota hat ein Richter einen Haftbefehl gegen die Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Jill Stein, erteilt, berichtet CBS News.
Stein wird demnach zur Last gelegt, sie habe während einer Protestaktion gegen die Pipeline Dakota Access Bautechnik mit Farbe besprüht.
Ein Vertreter der Grünen-Politikerin sagte laut CBS News, die Aktivisten hätten Frau Stein dazu eingeladen, eine Botschaft am Kundgebungsort zu hinterlassen. Sie sprühte „Ich unterstütze diese Botschaft“ auf eine Baggerschaufel.

Der Standing Rock Sioux Tribe und das International Indian Treaty Council haben die United Nations um Unterstützung und Hilfe für ihren Kampf gegen den Bau der Dakota Access Oil Pipeline angerufen. Die Pipeline soll auf unter den Missouri River gebaut werden. Diese Stelle liegt zwar eine halbe Meile außerhalb der Reservation, befindet sich jedoch auf sogenannten Treaty lands, also Land, dass einst der Great Sioux Nation in den Verträgen von 1851 und 1868 zugesichert wurde.

Sioux ist sowohl die Bezeichnung für eine Gruppe von nordamerikanischen Indianervölkern als auch für eine Sprachfamilie. Als Sioux werden drei Gruppen nahe miteinander verwandter Sprachen bezeichnet: Lakota, Nakota und Dakota. Letztere diente als Namensgeber für die beiden US-Staaten North Dakota und South Dakota.

 

Um 1800 dominierten diese Gruppen der Sioux fast ganz Nord- und Süd-Dakota, Nord-Nebraska, Ost-Wyoming, Süd-Montana, Nord-Iowa sowie den Westen Minnesotas. Die Assiniboine, die sich von den Yanktonai-Sioux abgespalten hatten, dominierten die südlichen kanadischen Prärieprovinzen sowie den Nordosten Montanas und den Nordwesten Nord-Dakotas. Die mit ihnen eng verwandten Stoney lebten meist nördlich und westlich der Assiniboine auf den Prärieprovinzen und streiften vom Süden British Columbias bis ins nördliche Montana.

 

Laut der Volkszählung von 2000 bezeichneten sich 153.360 Personen in den Vereinigten Staaten als Angehörige der Sioux-Nation.

 

Sprachlich verwandt sind die Stämme der Absarokee, Hidatsa, Iowa, Kansa, Mandan, Missouri, Omaha, Osage, Oto, Ponca, Quapaw und Ho-Chunk (Winnebago).

Kultur und Lebensweise

Die Sioux teilten viele kulturelle Merkmale mit anderen Plainsindianern. Sie lebten in Tipis, ein Wort aus der Siouxsprache. Die Männer erwarben Ansehen durch mutige Taten sowohl im Krieg, als auch bei der Jagd, durch Großzügigkeit und Weisheit. Das Erbeuten von Pferden und Skalps bei einem Überfall auf Feinde war ein Beweis für Mut, Tapferkeit und Geschick. Kriegsführung und übernatürliche Dinge wurden eng miteinander verknüpft, so dass man in mystischen Visionen wahrgenommene Gestalten, Muster und Symbole auf die Schilde, die Pferde, die Tipis und schließlich auch (für Feierlichkeiten und Kriegszüge) ins Gesicht malte, um die Träger vor ihren Feinden und bösen Geistern zu schützen. Die Sioux praktizierten eine sorgfältig ausgearbeitete Form des Sonnentanzes, den sie Häuptlings-Stammes-Fest (chief tribal festival) nannten.

 

Ihr religiöses System kannte vier Mächte, die über das Universum herrschten, und die wiederum in vier Hierarchien unterteilt waren. Grundlage dieser Mächte war wakan, die geheimnisvolle Lebens- und Schöpferkraft, die in der Summe als Weltseele Wakan Tanka (Großes Geheimnis) bezeichnet wurde. Dinge, Naturerscheinungen oder Menschen mit herausragenden oder ungewöhnlichen Eigenschaften waren ebenfalls wakan, denn darin offenbarte sich die Existenz der übernatürlichen Mächte. Die Büffelgestalt hatte auch einen wichtigen Platz in ihrer Religion. Bei den Teton war der Bär die wichtigste Figur; das Erscheinen des Bären in einer Vision wurde als Heilkraft angesehen. Die Santee Sioux veranstalteten eine zeremonielle Bärenjagd, um Schutz für ihre Krieger zu gewinnen, bevor sie zu einem Kriegszug aufbrachen.

 

Sioux-Frauen waren geschickt bei Handarbeiten mit Stachelschweinborsten und Perlenstickereien, die geometrische Muster zeigten. Polizeifunktionen wurden von militärischen Gesellschaften ausgeübt, deren wichtigste Aufgabe die Überwachung der Büffeljagden war. Andere Gesellschaften kümmerten sich um den Tanz und das Schamanentum. Es gab auch Frauengesellschaften.

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