Sexueller Missbrauch: Church of England warnte Bischöfe vor Entschuldigungen

Einem internen Dokument zufolge wurden die Bischöfe der Church of England angewiesen, sich nicht für sexuelle Übergriffe zu entschuldigen, um so Klagen zu vermeiden.

Von Marco Maier

 

Sexueller Missbrauch ist bei den christlichen Kirchen ein Thema, welches von deren Religionsführern nicht gerne aufgegriffen wird. Denn egal ob nun die Katholische Kirche oder auch diverse andere christlichen Konfessionen und Sekten – quer durch die Bank ziehen sich Missbrauchsvorwürfe gegen deren Vertreter. In Großbritannien macht nun ein internes Schreiben der Church of England die Runde, welches für großes Aufsehen sorgt.

 

So schreibt die britische Tageszeitung "The Telegraph" unter Berufung auf dieses "streng vertrauliche" Papier, welches erst kürzlich an die Öffentlichkeit gelangte: "Der Leitfaden – geschrieben 2007 und schließlich im letzten Jahr ersetzt – warnt die Bischöfe auch vor einem persönlichen Treffen mit Opfern und dann auch nur im Beisein eines Rechtsbeistandes". Auch wird vor der "unbeabsichtigten Wirkung, eine rechtliche Haftung zu akzeptieren" gesprochen, die infolge von sexuellem Missbrauch für die Diözesen anfallen könnte.

 

Für die Kirchenleute wiegt der finanzielle Aspekt ihrer Diözesen also deutlich mehr als das seelische und körperliche Leid, welches ihre Vertreter jahrzehntelang den Kindern in deren Obhut angetan haben. Ein sehr christliches Verhalten, welches die Kirche da an den Tag legt, nicht?

 

Quelle: Contra Magazin