China: Dritter Selbstmord eines Generals in einer Woche

Der Generalmajor der Volksbefreiungsarmee der Republik China, Chen Jie, 54, hat sich einen Tag vor seiner Beförderung das Leben genommen, wie die Zeitung South China Morning Post unter Berufung auf eigene Quellen berichtet.

Der Tod sei durch die Überdosis eines Schlafmittels verursacht worden. Die Information hätten zwei unabhängige Quellen bestätigt.

 

Jie hatte laut der Zeitung 1997 an der feierlichen Zeremonie zur Übertragung der Souveränität über Hongkong an China teilgenommen und war dadurch bekannt geworden. Der Generalmajor soll eine raketenhafte Karriereleiter erlebt haben. In letzter Zeit sei er Politoffizier gewesen und habe einen Tag vor einer weiteren Dienstbeförderung Selbstmord begangen.

 

Es ist schon der dritte Selbstmordfall  unter ranghohen chinesischen Militärs in der letzten Woche. Experten zufolge sollen diese Fälle alle mit der massiven Antikorruptionsermittlung in der Volksbefreiungsarmee Chinas verbunden sein. Gleichzeitig betonte die Quelle, es gebe keine direkten Hinweise auf eine Beteiligung von Jie an Korruptionsaffären.

 

China im Anti-Korruptionskampf

 

Ein militärisches Gericht in China hat am 15.08.2016 den Ex-Vizevorsitzenden der Zentralen Militärkommission, General Guo Boxiong, zu lebenslanger Haft verurteilt, berichtet die Agentur Xinhua.

 

Der Meldung zufolge verlor Boxiong jegliche politischen Rechte sowie seinen militärischen Rang. Seine persönlichen Vermögenswerte wurden beschlagnahmt. Alle Finanzmittel, die Boxiong illegal erwarb, wurden ebenfalls beschlagnahmt und dem Staat übergeben.

 

Anfang April schloss die Militärstaatsanwaltschaft der chinesischen Volksbefreiungsarmee ihre Ermittlung gegen den Mann ab. Zuvor teilte eine der Volksbefreiungsarmee nahe Quelle der Zeitung South China Morning Post mit, dass Boxiong offiziell vorgeworfen worden sei, Bestechungsgelder in Höhe von 80 Millionen Yuan (umgerechnet fast 11 Millionen Euro) angenommen zu haben.

 

Im Laufe der Ermittlung hatte die Militärstaatsanwaltschaft festgestellt, dass der ehemalige General sein Amt ausnutzte, um andere Menschen beruflich zu fördern, wofür er Bestechungsgelder erhielt. In diesem Zusammenhang soll Boxiong seine Schuld zugegeben haben.

Im Sommer 2015 wurde berichtet, dass die Führung der Kommunistischen Partei Chinas beschlossen hatte, Boxiong die Parteimitgliedschaft zu entziehen und seinen Fall an die Militärstaatsanwaltschaft zu übergeben.

Die umfangreiche Antikorruptionskampagne hatte mit dem Amtsantritt des Staatschefs Xi Jinping im Jahr 2012 eingesetzt. China strebt die Schaffung eines globalen Netzes bei der Zusammenarbeit gegen Korruption an und erwägt die Ausarbeitung von gesetzgeberischen Akten, die internationale Rechtshilfe in Strafsachen betreffen. Gegenwärtig verhandelt Peking aktiv mit anderen Staaten über die Auslieferung geflohener Beamter.

Die chinesische Regierung hat im Jahr 2015 284.000 Beamte verschiedener Ebenen disziplinarisch bestraft.

 

Dabei mussten 200.000 Beamte leichte Geldstrafen zahlen und wurden auf andere Posten versetzt. Weitere 82.000 Beamte mussten schwere Geldstrafen zahlen und wurden auf niedrigere Posten verschoben. Die Kommission hat sie wegen Verletzung der Verhaltungsregeln der Kommunistischen Partei bestraft.

Die Zentrale Kontrollkommission ist ein wichtiges Parteigremium, welches von der Kommunistischen Partei für den Anti-Korruptions-Kampf gegründet wurde. Ende Januar hatte die Kommission mitgeteilt, dass 2016 neue umfassende Anti-Korruptions-Überprüfungen stattfinden werden, welche vor allem 32 Ministerien und Parteigremien betreffen sollen.

 

Quelle: Sputnik/The Connection