Geheimdienstler zu LKW von Nizza: „Gepanzerte Scheibe – gut vorbereitet“

15. Juli: Der LKW mit wird nach dem Anschlag am Tatort "Promenade des Anglais" untersucht. Foto: Patrick Aventurier/Getty Images

Der LKW mit dem der Anschlag von Nizza verübt wurde, war offenbar kein gewöhnlicher: Die Einschuss-Löcher in den Scheiben des Fahrzeugs deuten auf Panzerung hin, berichtet das israelische Geheimdienst-Portal DEBKAfile. Trotz mehrfachen Beschusses war das Glas nicht zersplittert.

 

Auf Fotos des Todes-Trucks von Nizza sieht man deutlich: Die Scheiben des LKWs hatten viele, kleine runde Einschuss-Löcher. Allein auf der Frontscheibe waren es 24. Die Scheiben zersplitterten jedoch nicht. Diesen Umstand beleuchtete die israelische Website für Militär- und Geheimdienst-News, DEBKAfiles.

 

 

 

Laut ihren Terrorismus-Experten war der LKW kein gewöhnlicher, sondern sorgfältig vorbereitet gewesen. Statt einer mit einer konventionellen Scheibe sei er mit Panzerglas oder speziellem, kugelsicheren Kunststoff ausgestattet gewesen, so die Geheimdienstler. Diese 29 Treffer sehe man deutlich auf Fotos.

 

Die Schäden an der Windschutzscheibe zeigten, dass einige, wenn nicht alle Kugeln, die auf die LKW-Kabine abgefeuert wurden, abprallten. Der Fahrer war so während seiner Attacke vor Schüssen geschützt. Der Artikel wies auch darauf hin: Erst als er aus dem LKW ausstieg und um sich schoss, wurde der Attentäter von der Polizei erschossen – ein Detail das in Agenturmeldungen oft unterging.

 

Polizei-Pistolen zu schwach, um ihn zu stoppen“

 

DEBKAfiles nannte die Polizei in Nizza unvorbereitet – gemessen daran, dass in Frankreich seit einem Jahr erhöhte Terrorwarnstufe gilt und der Nationalfeiertag ein exponiertes Event ist. Die Pistolen, wie sie die Polizei von Nizza verwende, seien unter diesen Vorraussetzungen völlig unzureichend gewesen, um den Terroristen im Führerhaus zu außer Gefecht zu setzen. Auch hätten die kleinen Handfeuerwaffen keine Chance gehabt, den schnell fahrenden LKW durch Schüsse in die Reifen zu stoppen. Dies wäre nur mit stärkeren Waffen möglich gewesen, so das Portal.

 

 

In Medienberichten wurde der LKW als Kühlwagen beschrieben. Die Zeitung Nice Matin berichtete, das Fahrzeug sei „am Mittwoch gemietet“ worden. Der Bürgermeister von Nizza verbreitete laut Telepolis noch die Variante, der Fahrer habe, schon während er fuhr, auf Menschen geschossen, was wiederlegt wurde.

 

Gepanzerte Autos und beschussfeste Fahrzeuge werden von Regierungen, Polizei, Streitkräften und friedenssichernden Organisationen verwendet. Man muss sie bei Spezialherstellen bestellen. Sie kommen als Geldtransporter, LKWs oder Krankentransporter zum Einsatz. Gepanzerte Limousinen sind dagegen gebraucht auf Internet-Portalen erhältlich, haben jedoch stolze Preise.

 

Seine letzte SMS: „Bringt mehr Waffen“

 

Laut einem Exklusiv-Bericht des französischen Fernsehsender BFMTV soll eine letzte SMS auf dem Handy des Attentäters nur 15 Minuten vor dem Attentat gelautet haben: „Bringt mehr Waffen“. Der Sender wies darauf hin, dass sich der Empfänger der SMS möglicherweise unter den 5 Personen befindet, die nach dem Anschlag verhaftet wurden.

 

Die der Terrormiliz Islamischer Staat IS / Daesh nahestehende Nachrichtenagentur Amak hatte den 31-jährigen Tunesier als „Soldaten“ des IS bezeichnet. Er riss 84 Menschen in den Tod.

 

Quelle: Epoch Times