Top-Experten für Glyphosat sind sich einig: Das Pflanzenschutzmittel von Monsanto ist für den Menschen krebserregend

Die Entscheidung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC, von englisch »International Agency for Research on Cancer«), Glyphosat (Roundup) als wahrscheinlich krebserzeugend einzustufen, hat weltweit für Medienaufmerksamkeit gesorgt. Dennoch wissen viele noch nicht, was das eigentlich bedeutet.

Laut Kurt Straif, einem führenden Wissenschaftler der IARC, bedeutet es, dass die Top-Experten auf diesem Gebiet alle bislang veröffentlichten Studien auf den Zusammenhang von Glyphosat und Krebs hin geprüft haben, ehe sie zu dieser Einschätzung gelangten.

 

Die einzigen Experten, die man aus dieser Überprüfung ausschloss, waren jene, die aus finanziellen Gründen befangen waren. »Die Experten kamen aufgrund von dreierlei Beweisketten zu dem Schluss, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen ist«, sagt Straif.

 

Die Beweislage ist klar

 

Zwar ergaben einige Studien einen engeren Zusammenhang als andere, aber die Evidenzlage insgesamt war eindeutig genug, um sich ein Bild zu machen. Beispielsweise gibt es zahlreiche eindeutige Hinweise aus Experimenten mit Versuchstieren, die mit Glyphosat in Kontakt kamen. Weniger Beweise gibt es aus Studien am Menschen – etwa an Bauern, die im Alltag mit Glyphosat in Kontakt kommen. Aber auch diese Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs hin.

 

Schließlich ergaben auch Laborstudien stichhaltige Beweise dafür, dass Glyphosat zu DNS-Schäden führt, die wiederum Krebs hervorrufen können. Glyphosat ist eines der weltweit meistverkauften Herbizide. Seine Popularität verdankt es hauptsächlich der Einführung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen, die so manipuliert sind, dass sie dagegen immun sind.

 

In einem Interview mit Euro News sprach Straif über den augenscheinlichen Widerspruch zwischen der Entscheidung der IARC und der Haltung anderer Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen.

 

Vor etwa einem Jahr befanden die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam, dass Glyphosat in Lebensmitteln nicht gefährlich sei. Der Journalist fragte Straif, ob dies einen Wandel im offiziellen Standpunkt bedeute, da ja die IARC auch zur WHO gehöre.

 

»Unsere Einschätzung der möglichen Krebsgefahr durch Glyphosat gilt nach wie vor«, sagte Straif und merkte an, dass das FAO/WHO-Gremium speziell den täglichen Kontakt mit Glyphosat über Rückstände in den Lebensmitteln untersucht hatte. Auf die Frage nach Verbindungen zwischen Mitgliedern des FAO/WHO-Gremiums und dem Roundup-Hersteller Monsanto antwortete Straif: »Das ist ein wichtiger Punkt und sollte sehr genau geprüft werden.«

 

Die Entscheidung der EPA über Glyphosat

 

Als er gefragt wurde, warum Glyphosat noch nicht verboten sei, wies Straif darauf hin, dass die Aufgabe der IARC lediglich darin bestehe, wissenschaftlich zu untersuchen, ob bestimmte Substanzen beim Menschen Krebs verursachen können. Die Agentur ist aber nicht befugt, die Anwendung oder den Kontakt mit Chemikalien zu reglementieren. Diese Macht haben nur die Regierungen bzw. auf internationaler Ebene die WHO.

 

Die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) befindet sich derzeit in einem entsprechenden Entscheidungsprozess: Sie muss festlegen, ob die Zulassung von Glyphosat für die Anwendung in den USA verlängert wird. Dieser Prozess soll jedoch erst 2017 abgeschlossen sein.

 

Im Mai kam es zu einer kurzen Kontroverse, als die EPA die Ergebnisse ihrer Bewertung veröffentlichte und folgerte, dass Glyphosat beim Menschen nicht krebserzeugend wirke. Aber die Agentur löschte bald darauf das Dokument von ihrer Website – mit der Begründung, dass die Bewertung noch nicht abgeschlossen und die Veröffentlichung ein Versehen gewesen sei. Auffallend ist, dass das publizierte und dann gelöschte EPA-Dokument auf Daten beruhte, mit denen Monsanto die Sicherheit von Roundup bewertet.

 

Später dann traf sich eine Gruppe unabhängiger Wissenschaftler mit EPA-Mitarbeitern, um diese zu einem Glyphosat-Verbot zu drängen. Laut diesen Experten ist Glyphosat ein Karzinogen und steht zudem mit Autismus, Alzheimer-Krankheit, Geburtsfehlern, Glutenunverträglichkeit, Übergewicht und vielen anderen Beschwerden und Krankheiten in Zusammenhang.

 

»Wenn eine Zelle versucht, Proteine zu bilden, kann sie dafür auf Glyphosat statt auf Glyzin zurückgreifen, wodurch ein defektes, fehlgefaltetes Protein entsteht«, sagte der Gesundheitsforscher und Pathologe Stephen Frantz. »Was folgt, ist medizinisches Chaos.«

 

Glyphosat, so warnen die Wissenschaftler, richtet auch bei Tieren verheerende Schäden an, es macht den Boden kaputt und trägt zu Antibiotikaresistenz bei. Umgehen Sie toxische Chemikalien am besten ganz, indem Sie selbst biologische Produkte anbauen.

 

Quelle: KoppVerlag/NaturalNews