»Entgiftungsgen« aktiviert: Brokkolisprossen-Extrakt hilft gegen Kopf-Hals-Tumoren

Brokkoli gilt schon länger als Superfood. Er ist voller essenzieller Nährstoffe und unterstützt auf zahlreiche Arten unsere Gesundheit. Nun hat eine Studie herausgefunden, dass der Extrakt von Brokkolisprossen möglicherweise vor dem erneuten Auftreten von Oralkarzinomen schützt.

Laut der Studie, die in der Zeitschrift Cancer Prevention Research veröffentlicht wurde, aktiviert Brokkolisprossen-Extrakt in hoher Dosierung ein Gen, das die Detoxifizierung von krebserregenden Substanzen fördert und so vor dem erneuten Auftreten von Kopf-Hals-Tumoren schützt.

 

Mit dieser Studie bestätigten die Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Julie Bauman, Kodirektorin des Head and Neck Cancer Center of Excellence an der University of Pittsburgh School of Medicine (UPMC), vorläufige Erkenntnisse, die letztes Jahr auf der Jahreskonferenz der American Association for Cancer Research präsentiert wurden.

 

Tödlicher Ausgang von wiederauftretenden Oralkarzinomen

 

Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) werden in den USA alljährlich über 30 000 neue Fälle von Mundhöhlen- und Rachenkrebs diagnostiziert. Mehr als 8000 Patienten sterben daran Jahr für Jahr.

 

Die nun entdeckte Schutzwirkung von Brokkoli-Extrakt ist deshalb so bedeutend, weil die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei diesen Tumoren bei gerade einmal 50 Prozent liegt. Die derzeit üblichen konventionellen Therapien von Oralkarzinomen sind Operation, Bestrahlung und Chemotherapie – sehr kostenintensive und entstellende Maßnahmen. Dr. Julie Bauman sagt:

»Im Fall von Kopf-Hals-Tumoren befreien wir die Patienten zunächst davon, und nach ein paar Jahren kommt der Krebs zurück – mit tödlichem Ausgang.

Bisherige Versuche, einen Präventivwirkstoff zu entwickeln, der dieses Risiko reduziert, waren leider erfolglos, für die Patienten unverträglich und kostspielig. Das brachte uns auf die ›grüne Chemoprävention‹ – die kosteneffektive Entwicklung von Behandlungswegen, die auf ganzen Pflanzen oder ihren Extrakten basieren.«

 

Brokkoli als Präventivmedizin

 

Die größten Risikofaktoren für Hals-Kopf-Tumoren sind Karzinogene im Zigaretten-, Zigarren- und Pfeifenrauch wie auch in Kau- und Schnupftabak sowie exzessiver Alkoholkonsum. Frühere Studien zeigten, dass hohe Konzentrationen von Sulforaphan, einem Inhaltsstoff von Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli, Kohl und Gartenkresse, vor diesen externen Karzinogenen schützen kann. Dr. Bauman führt aus:

»Kopf-Hals-Tumoren machen in den USA rund drei Prozent aller Krebsfälle aus, in anderen entwickelten Staaten ist ihr Anteil jedoch weit höher. Ein Präventivwirkstoff aus ganzen Pflanzen oder ihren Extrakten kann die Produktions- und Vermarktungskosten senken und schlussendlich einen dramatischen Einfluss auf die Überlebenschance und die Lebensqualität von Menschen in aller Welt haben.«

 

Vielversprechende Ergebnisse

 

Dr. Bauman und ihr Team testeten zunächst im Labor die Wirkung von Sulforaphan-Extrakten auf Kopf-Hals-Tumorzellen und normale Zellen als Kontrollgruppe. Sie fanden heraus, dass Sulforaphan den Level eines Proteins erhöhte, das auf Gene einwirkte, die ihrerseits Entgiftungsmechanismen im Körper stützen und Zellen vor Krebs schützen.

 

Um diese Schutzwirkung zu testen, machten sie einen kleinen präklinischen Versuch mit zehn gesunden Probanden: Sie sollten über mehrere Tage mit Brokkolisprossen-Extrakt gemischten Fruchtsaft trinken oder im Mund schwenken.

 

Alle Teilnehmer vertrugen den Extrakt gut. Und die Untersuchung ihrer Mundhöhle ergab, dass die gleichen genetischen Mechanismen aktiviert worden waren wie im Laborversuch. Das heißt, das Sulforaphan war absorbiert und in das gefährdete Gewebe transportiert worden.

 

Dr. Bauman studierte außerdem zusammen mit Dr. Daniel E. Johnson, Professor für Medizin an der University of Pittsburgh und leitender Wissenschaftler im Kopf-Hals-Tumor-Programm dieser Hochschule, die Wirkung von Sulforaphan-Extrakt bei Mäusen, die zuvor mit Kopf-Hals-Tumoren anfällig gemacht worden waren.

 

Bei den Mäusen, die mit Sulforaphan-Extrakt behandelt wurden, traten weniger Tumoren auf als bei jenen, denen keiner verabreicht wurde. Aufgrund der vielversprechenden Studien mit Mäusen, Menschen und im Labor hat Dr. Bauman nun einen größeren klinischen Versuch ins Leben gerufen – diesmal mit Probanden, die bereits geheilte Kopf-Hals-Tumoren hinter sich haben.

 

Quelle: KoppVerlag/NaturalNews