Pepsi fügt seinen Light-Getränken wieder Aspartam hinzu - Ist Aspartam Krebserregend oder nicht?

Der Konzern Pepsi hat vor knapp einem Jahr aufgehört, seine Light-Getränke mit dem Süßstoff Aspartam zu versetzen. Jetzt will man diese Entscheidung wieder rückgängig machen, da Verbraucher sich über die einhergehende Geschmacks-änderung beschwert haben.

Pepsi MAX kommt daher im kommenden Herbst als Pepsi Zero Sugar auf den Markt und wird wieder Aspartam enthalten. Auch das Produkt Diet Pepsi Classic Sweetener Blend wird wieder mit Aspartam versetzt. Ausgenommen ist die normale Diet Pepsi - die bleibt Aspartam-frei.

 

Der Süßstoff Aspartam steht im Verdacht krebserregend zu sein. Studien an Labormäusen sollen dies belegen. Der Verkauf von Aspartam-haltigen Produkten ging daraufhin zurück, da die Verbraucher besorgt waren.

Aspartam (E 951) ist ein synthetischer Süßstoff, der als Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt wird. Die erlaubte Tagesdosis beträgt in der EU 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

 

Aspartam leitet sich von den beiden α-Aminosäuren L-Asparaginsäure und L-Phenylalanin ab, die zu einem Dipeptid verknüpft sind. Aspartam ist der Methylester des Dipeptids L-Aspartyl-L-phenylalanin.

Wer das Thema Aspartam recherchiert stößt schnell auf unterschiedlichen Studien von Gesundheitszentren oder der EFSA. (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)

Mal ist es ungefährlich, dann wieder Krebserregend. Kommt ganz auf das Jahr an, so scheint es zumindest.

 

Was ist nun dran oder sollten wir lieber sagen, welchen Trend gibt das Jahr 2016 vor?

Gar kein Aspartam aufnehmen dürfen laut EFSA lediglich Menschen, die an der seltenen Stoff­wechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden. Ihr Körper kann Phenylalanin, eines der drei Abbau­produkte von Aspartam, nicht umwandeln. Betroffene müssen daher eine strikte phenylalanin-arme Diät halten.

 

Laut einer Studie von Mai 2016 sieht es für den normalen Verbaucher wie folgt aus:

Schon ein Light-Getränk pro Tag kann laut einer aktuellen Studie zu einer höheren Krebsgefahr führen. Bekannt war bisher, dass Softdrinks das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöhen sowie zu Gehirnschäden und bei schwangeren Frauen zu einem höheren Frühgeburtenrisiko führen könnten. Jetzt kommt dazu noch das verstärkte Risiko, an Leukämie, Knochenmarkskrebs und Lymphdrüsenkrebs zu erkranken. Der Konsum von Softdrinks lohnt sich also nicht wirklich und der Zeitpunkt für eine Änderung der Trinkgewohnheiten war nie passender als heute.

Softdrinks erhöhen Krebsrisiko

 

Sie stehen auf Cola light, auf Eistee ohne Zucker, auf den roten Bullen sugarfree oder auf Diät-Fruchtschorle? Alle diese Light-Getränke haben eines gemeinsam: Sie enthalten den Süssstoff Aspartam und erhöhen vermutlich aus diesem Grund das Krebsrisiko. Das zumindest ist das wenig beruhigende Ergebnis einer aktuellen Untersuchung, bei der sich herausstellte, dass zuckerfreie Softdrinks das Risiko für Leukämie (Blutkrebs) erhöhen können. Bei Männern – so die Studie – zeigte sich durch Diät-Limo-Konsum ferner auch ein höheres Risiko für multiple Myelome (Knochenmarkskrebs) und für das Non-Hodgkin-Lymphom, einer Art Lymphdrüsenkrebs.

 

Besagte Studie wurde im Vergleich zu anderen Untersuchungen, die sich bislang dem Thema Aspartam als möglichem Krebserreger angenommen hatten, über einen sehr viel längeren Zeitraum durchgeführt. Gleichzeitig ist es die bisher umfangreichste und detaillierteste Aspartam-Studie und damit deutlich ernster zu nehmen als frühere Studien, in denen anscheinend kein besonderes Krebsrisiko durch Süssstoff-Verzehr erkannt wurde.

 

Die bisher gründlichste Studie zu Aspartam

 

Um die Auswirkungen der mit Aspartam gesüssten Softdrinks auf die menschliche Gesundheit herauszufinden, analysierten die Forscher Daten der Nurses Health Studie und der Health Professionals Follow-Up Studie. Insgesamt 77.218 Frauen und 47.810 Männer nahmen an den beiden Studien teil, die über einen Zeitraum von 22 Jahren andauerten.

 

Alle zwei Jahre wurden die Studienteilnehmer mit Hilfe eines ausführlichen Fragebogens zur Ernährung befragt. Darüber hinaus wurde ihre Ernährungsweise alle vier Jahre erneut beurteilt. Vorhergegangene Studien, in denen keine Verbindung zwischen Aspartam und Krebs festgestellt werden konnte, untersuchten die Studienteilnehmer nur zu einem einzigen Zeitpunkt, wodurch die Genauigkeit dieser Studien doch sehr bezweifelt werden darf.

 

Ab einer Diät-Limo pro Tag steigt die Krebsgefahr

Die Ergebnisse der aktuellen Aspartam-Studie zeigten nun Folgendes: Schon eine Dose Diät-Limo von 355 ml am Tag führt – verglichen mit Kontrollpersonen, die keine Diät-Limos tranken – zu

 

  • einem um 42 Prozent höheren Risiko für Leukämie (Blutkrebs) bei Männern und Frauen,
  • einem um 102 Prozent höheren Risiko für multiple Myelome (Knochenmarkskrebs) bei Männern und
  • einem um 31 Prozent höheren Risiko für das Non-Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) bei Männern.

Tonnenweise Aspartam

Welcher Stoff in den Light-Getränken nun konkret das erhöhte Krebsrisiko mit sich bringt, ist ungewiss. Sicher ist jedoch, dass Diät-Softdrinks die (bei weitem) grösste Quelle für Aspartam in der Ernährung des Menschheit darstellen. Jedes Jahr konsumieren allein die US-Amerikaner 5.250 Tonnen Aspartam (die Europäer 2.000 Tonnen), wovon ungefähr 86 Prozent (4.500 Tonnen) in den täglich konsumierten Light-Getränken enthalten ist.

Frühere Studien bestätigt

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2006. Dabei erhielten 900 Ratten regelmässig Aspartam und wurden während ihrer gesamten Lebensdauer sorgfältig beobachtet. Obwohl diese Studie an Ratten durchgeführt wurde und immer wieder kritisiert und angezweifelt wurde, rückt sie nun erneut ins Rampenlicht. Jene Ratten nämlich, die Aspartam gefressen hatten, zeigten genau dieselben Krebsarten wie die Diät-Limo-trinkenden Menschen in oben erwähnter Studie: Leukämie und Lymphome.

 

Die Summe machts

 

Aspartam ist in vielen Produkten enthalten. Dem Verbaucher fehlt hier jegliche Übersicht und das dürfte auch das größte Problem dabei sein. Aspartam ist nicht nur in Light-Getränken enthalten sonder auch in Kaugummis oder Gummibären usw. Oftmals wird dies als Werbemittel mit dem Zusatz Kalorienarm-Diät-Light verkauft und genau hier sollte man sich das Produkt besser anschauen. Die tägliche Dosis ist schnell überschritten, wenn man zwei oder drei solcher Produkte zu sich nimmt.

Die beste Limo ist keine Limo

Falls Sie jetzt mit dem Gedanken spielen sollten, statt Ihrer Cola light doch lieber wieder zur normalen, also mit Zucker gesüssten Cola zu greifen, dann hält die beschriebene Studie für Sie noch eine kleine Überraschung bereit: Männer nämlich, die eine oder mehrere „normale“ zuckerhaltige Limonaden am Tag tranken, wiesen ein noch höheres Risiko für das Non-Hodgkin-Lymphom auf als die Diät-Limo-Männer. Die gesündeste Limonade ist also eindeutig gar keine Limonade.

ARTE Doku "Unser täglich Gift" - Wenn Essen krank macht

Quellen: