Himmelsposaunen: Mysteriöses Geräusch – München rätselt (Video)

Jetzt hat es Schwabing erwischt! Dort haben einige Anwohner vor kurzem ein äußerst mysteriöses Geräusch gehört und eine Wolke gesehen. Die Polizei steht wie alle vor einem Rätsel.

Es klingt irgendwie ein bisschen nach Hubschrauber, aber irgendwie doch nicht. Was ist das nur für ein Geräusch gewesen am Donnerstagabend (12. Mai), das einige Anwohner in München-Schwabing in Angst und Schrecken versetzt hat? Mark H., der an der Berliner Straße wohnt, hat unserer Onlineredaktion geschrieben: „Das Geräusch war so derartig laut! Ich klingelte bei meinen Nachbarn, aber die wussten auch alle nicht, was das war.“ Nach einigen Sekunden war der Spuk wieder vorbei, er war zu spät dran, es auf Handy aufzuzeichnen, sagt er (Bild: Die Wohnanlage in der Berliner Straße – im Innenhof (roter Kreis) wurde das Video aufgenommen).

Die Sache habe ihn aber nicht losgelassen, deshalb habe er auch im Internet nach möglichen Hinweisen gesucht. Und ist fündig geworden. Jemand hat ein Video auf You Tube ins Netz gestellt, das genau dieses seltsame Geräusch widergeben und die Wolke zeigen soll – die Wolke ist allerdings nur mit viel Phantasie erkennbar.

Mysteriöse Geräusche gibt es immer wieder. In Steinhöring im Ebersberger Raum leiden die Menschen unter einem ominösen Brummen (Zutiefst erschütternd: Wie Brummtöne, Infraschall und ELF-Wellen unsere Gesundheit ruinieren (Videos)).

Es ist kurz nach 8 Uhr am vergangenen Donnerstag, als der Münchner Mark H. in Schwabing ein markerschüttendes Geräusch hört. Es klingt, als komme es aus einer gigantischen Posaune und erinnert an Soundeffekte aus Hollywood-Endzeitfilmen wie „Krieg der Welten“, wie zum Beispiel das Brummen der dreibeinigen Monster „Tripods“

Er klingelt bei den Nachbarn. Alle haben das Geräusch gehört, aber keiner hat eine Erklärung.

Erst an diesem Mittwoch wird er fündig. Im Innenhof der Wohnanlage am Schwabinger See, in der auch Mark H. wohnt, hat ein anderer Ohrenzeuge die letzten Sekunden des Dröhnens mit seiner Handykamera festgehalten. „Was ist das? Scheiße!“, hört man ihn flüstern. Tausende haben das Video bei Youtube angeklickt.

„Habe das selbe Geräusch gehört! Was zur Hölle ist das?“, kommentiert ein User, „Genau das war das Geräusch! Woher kommt das?“, fragt ein anderer (Elektromagnetische Einflüsse: Das CFIDS-Syndrom · Brummtöne und andere Anomalien (Videos)).

Anfrage an die Stadt. „Wir haben uns das Video angeschaut und keine Ahnung, worum es sich handelt“, sagt der Pressesprecher des Baureferats, Christian Müller. Auch die Polizei ist ratlos.

Eine Internetrecherche führt zu absurden Ergebnissen und tief in verschwörungstheoretische Milieus: Das seien „streng geheime Experimente“, heißt es. Oder Raumschiffe.

Verbreitet ist auch eine religiöse Erklärung: Es handele sich um „Himmelsposaunen“, um „die Vorboten der biblischen Apokalypse – die Sieben Posaunen des Weltgerichts, die Trompeten von Jericho oder die Offenbarung des Johannes.“ So formuliert es ein anonymer Experte in einem populären Erklärvideo, das über 250 000 Menschen angeschaut haben.

Da ähnliche Geräusche weltweit dokumentiert sind, hat sich auch die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) des Themas angenommen, eine große Skeptikerbewegung aus Deutschland („The Hum“ Geräusche: Orte, an denen es brummt – Deutschlandkarte (Videos)).

Neben zahlreichen und plumpen Fake-Videos gebe es durchaus glaubwürdige Absender, so die GWUP.

Die Ursachen seien unterschiedlich: Neben „aerodynamischen Geräuschen“, zum Beispiel von Flugzeugen, seien auch „seismische Bewegungen“ in der Erdkruste eine mögliche Erklärung. „Godzilla ist es jedenfalls nicht.“

In vielen Fällen hätten sich nahe Großbaustellen als Lärmquelle erwiesen: Die GWUP nennt unter anderem Tunnelbaumaschinen.

In die Richtung geht auch der Tipp eines Lesers: „Das ,Donnern’ hört sich nach einem Spundwandrüttler an, der benutzt wird, um Spundwände in den Boden zu rütteln. Beim Anfahren des Rüttelbären entsteht beim Durchfahren der Eigenfrequenz des Rüttlers genau dieses Geräusch“, schreibt Joachim Urs Müller, Diplom-Ingenieur bei der Hilti AG, berühmt für ihren Bohrhammer (Kommt es aus dem Wald oder Himmel? Mysteriöse Geräusche in Kanada und den USA (Videos)).

Aufnahmen des „Rüttelbären“ klingen in der Tat wie das in Schwabing dokumentierte Geräusch.

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(Ein Spundwandrüttler mit Rüttelbär beim Setzen einer Spundwand)

Von der nahen Baustelle des „Schwabinger Tors“ stammen sie jedoch nicht: „Über das Stadium des Rüttelbären sind wir längst hinaus“, sagt Sprecher Steffen Warlich vom Bauträger Jost Hurler. Er könne jedoch nicht ausschließen, dass auf umliegenden Baustellen noch Rüttelbären im Einsatz seien.

Bleibt noch die Idee, dass der Wind dieses Geräusch produziert haben könnte, beispielsweise wenn die Luft in einer Enge gepresst wird und so dieses Raunen entsteht. In den letzten Jahren ist das Phänomen der unbekannten Geräusche über Großstädte immer wieder im Internet aufgetaucht.

Menschen berichten von ähnlichem Brummen, das immer in Abständen komm und „röhrenartige“ Töne produziert. Eine Bezeichnung dafür sind die sogenannten Himmelsposaunen oder „Sky Trumpets“.

Zur Not bleibt immer noch die alternative Erklärung: Die Apokalypse beginnt – wer hätt’s gedacht – in Schwabing.

Quelle: Pravda.TV/Focus/abendzeitung-muenchen.de am 20.05.2016