Russland: Einmarsch der Türkei in Syrien steht unmittelbar bevor

Das Verteidigungsministerium in Moskau hat offenbar Hinweise auf einen bevorstehenden Einmarsch der Türkei in Syrien. Der Ölpreis steigt, die Märkte sind nervös.

 

Russland hat offenbar Informationen, die Türkei bereite eine „Militärintervention“ in Syrien vor.

 

„Wir haben gewichtige Gründe für den Verdacht, dass die Türkei intensive Vorbereitungen für eine Militärintervention auf dem Gebiet eines souveränen Staates – Syriens – trifft“, erklärte am Donnerstag der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Er bezog sich dabei auf die Verweigerung eines russischen Aufklärungsflugs im türkisch-syrischen Grenzgebiet.

„Wenn in Ankara jemand denkt, dass durch das Verbot eines russischen Aufklärungsfluges irgendetwas verheimlicht werden kann, ist er unprofessionell“, sagte Konaschenkow. Der beantragte Aufklärungsflug sollte auf der Grundlage des Open-Sky-Vertrags von 2002 zwischen dem 2. und 5. Februar über Luftwaffenstützpunkte führen, die von der Nato genutzt werden.

Das russische Verteidigungsministerium betrachte die Verweigerung der Überflugrechte als einen „gefährlichen Präzedenzfall“ und als einen „Versuch, illegale militärische Aktivitäten nahe der syrischen Grenze zu verschleiern“, sagte Konaschenkow. Derartige „Entscheidungen eines Nato-Mitglieds“ würden „nicht zur Verstärkung von Sicherheit und Vertrauen in Europa beitragen“.

 

An der türkisch-syrischen Grenze würden Soldaten und Militärgerät zusammengezogen, sagte Konaschenkow. Mit dem dort zur Verfügung stehenden Material könnten „schnelle Bewegungen“ von Militärkolonnen „in einem Kriegsgebiet“ organisiert werden.

 

Fast zeitgleich mit den Äußerungen aus Moskau steig der Ölpreis sprunghaft. Rohöl der Sorte WTI stieg auf über 33 Dollar, Brent auf über 35 Dollar.

Auf Anfrage wollte das türkische Außenministerium nicht zu den russischen Vorwürfen Stellung nehmen. Es bestätigte aber, dass ein russischer Überflugantrag aus „Sicherheitsgründen“ untersagt worden sei. Ende Januar warf Ankara Russland vor, dass ein russisches Kampfflugzeug in den türkischen Luftraum eingedrungen sei. Am 24. November war eine russische Su-24 durch die türkische Luftwaffe im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen worden.

 

Doch Erdogan droht offenbar mit einem Truppeneinmarsch in Dscharabulus am Euphrat. Dies ist der Hautnachschubweg des IS. Kommt es zum Ernstfall einer türkischen Invasion, wird Russland seine S-400-Raketen einsetzen, hieß es damals aus Moskau.

 

Ende Januar hatte die türkische Armee offenbar bereits schon einmal einen Einmarsch nach Syrien geplant. Damals hatten israelische, russische und kurdische Medien berichten, dass die Türkei mit Truppen-Einheiten den Norden Syriens infiltriert hätte. Der türkische Geheimdienst behauptet damals dagegen, russische Soldaten an der Grenze zur Türkei gesehen haben zu wollen.

Syrien schneidet Versorgungsroute in die Türkei ab

Gestern haben Regierungstruppen in Nord-Aleppo erfolgreich die zumeist dschihadistisch geprägten Rebellen von ihrer überlebenswichtigen Versorgungsroute in die Türkei abgeschnitten. Militäranalysten sprechen von einem entscheidenden Durchbruch. An einem anderen Frontverlauf in Selma ist ein russischer Militärberater getötet worden, als die syrische Militäreinheit, die er begleitete, unter Mörserfeuer gelangte. Er ist damit offiziell der dritte russische Soldat, der in Syrien sein Leben ließ.

USA weiterhin auf Märchenkurs

Weiterhin behauptet das US-Außenministerium, dass Russland die Hauptverantwortung für das Scheitern der syrischen Friedensverhandlungen in Genf trägt. Als RT-Korrespondentin Gayane Chichakyan allerdings John Kirby, den Pressesprecher des US-Außenministeriums, aufforderte zu erläutern, wie die USA zu dieser Einschätzung kommen, erntete sie, wie so häufig, Ausflüchte und Stottern.

USA baut im verborgenen syrische Basis erneut auf

Die USA bauen eine seinerzeit von der syrischen Armee aufgegebene Luftwaffenbasis im Nordosten von Syrien, in Hasaka, wieder auf. Diese Basis liegt inmitten der Einflusszone der kurdischen PYD und ihres paramilitärischen Arms YPG. Nach mehrmaligen RT-Anfragen bestätigten kurdische Vertreter zumindest indirekt die Errichtung der Militärbasis. Diese solle laut CNN dazu dienen, US-Spezialeinheiten, die die Kurden-Miliz unterstützen, logistisch zu versorgen. Die Legalität steht in Frage, da die syrische Regierung für eine solche US-Involvierung keinerlei Erlaubnis erteilte.

Quelle: DWN /RT