Das Zika Virus

Das Zika-Virus gehört zur Gattung Flavivirus der Familie Flaviviridae. Das Virus wurde erstmals 1947 aus einem gefangen gehaltenen Rhesusaffen (einem sentinel monkey) einer Forschungsstation im Zika Forest in Entebbe, Uganda, isoliert und erhielt daher seinen Namen.

 

Über die Biologie und die Übertragungswege des Zika-Virus ist bisher (Stand: Dezember 2015) wenig bekannt. Das natürliche Vorkommen liegt im tropischen Afrika, und es wird angenommen, dass das Virus durch Stechmücken der Arten Aedes africanus, Aedes apicoargenteus, Aedes luteocephalus, Aedes vittatus, Aedes furcifer und Aedes aegypti übertragen wird. Das Zika-Virus ist Verursacher des Zikafiebers. Es existiert bislang weder eine Impfung noch existieren Medikamente zur Krankheitsprävention.

Virologe: Ausbreitung in Deutschland sehr unwahrscheinlich

In Südamerika grassiert das Zika-Virus, das möglicherweise für Fehlbildungen bei Ungeborenen verantwortlich ist. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Virologie, Thomas Mertens, hält eine ähnliche Ausbreitung in Deutschland für sehr unwahrscheinlich. Denn die einzig theoretisch denkbare Übertragungsmöglichkeit sei über die Tigermücke in Süddeutschland, sagte er im DLF.

 

Thomas Mertens im Gespräch mit Christiane Kaess:

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Globale Perspektiven

In einem am 27. Januar 2016 in der medizinischen Fachzeitschrift The Journal of the American Medical Association (JAMA) erschienenen Artikel warfen die Autoren, zwei angesehene amerikanische Epidemiologen und Virologen, der WHO zu große Passivität vor und warnten vor einer globalen Zika-Virus-Pandemie. Es drohe eine weltweite Ausbreitung zumindest auf die tropischen Länder, z. B. auch in Zusammenhang mit weltweit besuchten Großveranstaltungen wie den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro im August 2016.

 

Es müsse deswegen überlegt werden, ob die WHO nicht einen „Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes“ (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) erklären solle. Eine Schutzimpfung gegen das Zika-Virus sei dagegen auch bei intensivierter Forschung in frühestens drei Jahren, vielleicht aber auch erst viele Jahre später zu erwarten.

 

Tags darauf kündigte die WHO an, umgehend ein internationales Notfallkomitee (International Health Regulations Emergency Committee) für die Zika-Epidemie einzuberufen. Zugleich wurde bekannt, dass die WHO drei bis vier Millionen Erkrankungen vorhersagt.

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Die Weltgesundheitsorganisation entscheidet heute darüber, ob sie wegen des Zika-Virus einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausruft. Mertens erläuterte, dass es darum gehe, die Gegenmaßnahmen zu organisieren und den Schaden durch das Virus zu minimieren. 

 

Der Zusammenhang zwischen der Erkrankung von Schwangeren und schweren Schädel-Fehlbildungen bei Ungeborenen sei noch nicht bewiesen. Das Problem sei, dass es wenige Fälle mit guten Daten gebe. Hauptindikator sei, dass in Brasilien die Anzahl der Kinder mit sogenannter Mikroenzephalie in den Regionen steigt, in denen auch die Zika-Fälle zunehmen.

 

Mertens betonte, seit drei Jahren habe es in Deutschland einzelne Fälle gegeben. "Die Importfälle sind im Augenblick für Schwangere nicht gefährlich." Derzeit könne das Virus auch nicht übertragen werden. Das könne sich im Hochsommer in Süddeutschland ändern. Dort könne die Tigermücke als Verwandte der in Südamerika verbreiteten Stechmücke Aedes aegypti das Virus weitergeben. Der Virologe sprach aber von einem "recht konstruierten Fall." Er sei sich sehr sicher, dass es sich höchstens um Einzelfälle handeln könne.

Quelle: Deutschlandfunk/Wikipedia

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