Indikator kündigt Weltwirtschaftskrise an

Der "Baltic Dry Index" gilt als wichtiges Messinstrument, wenn es um die Lage der Weltwirtschaft geht. Nun fiel er auf den niedrigsten Stand seit der Einführung 1985. Befürchtungen, dass eine neue Weltwirtschaftskrise zu erwarten ist, kommen wieder hoch.

Wenn es um den Zustand der Weltwirtschaft geht, gibt es verschiedene Indikatoren, die einen recht guten Einblick bieten. Einer davon ist der "Baltic Dry Index", der als einer der wichtigsten Preisindizes für die Verschiffung von Frachtgütern (Kohle, Eisenerz, Getreide…) darstellt. Seit 1985 wird dieser einmal täglich erstellt und veröffentlicht.

Bei der Einführung (siehe Grafik oben, zum vergrößern bitte auf das Bild klicken) lag er auf dem Niveau von 898 Punkten und erlebte dann nach Zwischenhochs von 1.965 Punkten 1994 und 1.599 Punkten im Jahr 2000 einen Rückschlag auf 876 Punkte nach dem 11. September 2001. Danach ging es steil bergauf: 4.765 Punkte 2003, ein Absacker auf 2.407 Punkte 2005 und dann ein Höhenflug auf 9.143 Punkte 2007, bevor mit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 der steile Abfall auf 774 Punkte erfolgte. Doch nach der kurzzeitigen Erholung danach erleben wir jetzt einen Fall in ungeahnte Tiefen: Vergangenen Mittwoch sank er auf den Tiefstwert von 369 Punkten!

 

Die Grafik unten zeigt die Korrelation zwischen Welthandelsvolumen und Baltic Dry Index deutlich auf. Für den Welthandel ist das ein ernüchterndes Omen, welches auch die bisherigen Tendenzen (Kein Industriewachstum in Deutschland, schwache Konjunktur in China, Scheinwachstum in den USA, massive Wirtschaftsprobleme in Frankreich…) bestätigt.

Seit dem 1. Januar 2014 ist dies ein Verlust von 84 Prozent. Auch wenn der Welthandel in dieser Zeit nicht im selben Ausmaß zurückging, so zeigt sich doch eine deutliche Abschwächung des Welthandelsvolumens. Ein Blick auf die Spanne von 2010 bis 2013 verdeutlicht dies. Unter Umständen könnte in diesem Jahr sogar zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder ein Rückgang des Welthandels eintreten.

 

Quelle: Contra Magazin